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Rückblicke

 

Taizè - Ein Reisebericht

Wir hatten Anfang Oktober die Möglichkeit, an einer Studienfahrt für angehende Gemeindepädagogen nach Frankreich teilzunehmen. Frau Wergin und Frau Ogilvie waren als Studienleiterinnen im Dienst. Da wir nur als "Externe" dabei waren, bot sich für uns ein besonderes Urlaubserlebnis an. Wir, das waren zwei Familien und drei Frauen aus unserer Kirchgemeinde.

Los ging es am 30.09.2017 abends in Lulu. Jeder, der während der 15-stündigen Busfahrt schlafen konnte, hatte am Ziel einen Erholungsvorsprung.

Wir freuten uns über die Unterbringung in den Erwachsenenunterkünften, ohne großen Komfort, aber völlig ausreichend. Drei Pinnowerinnen auf einem Zimmer wurden eine prima WG. Die Familien kamen in eigenen Familienzimmern unter.

Frühaufsteher hatten Duschen mit warmem Wasser und ohne die obligatorische Schlange bei den Damen.

 

Es gab einfache Gerichte. Erstaunlich, wie man sich auf Mahlzeiten freut, wenn der Kühlschrank nicht im Raum nebenan steht.

Den Rhythmus von Taizè bestimmen die drei Gottesdienste am Tag. Gemeinsames Singen ist ein herrliches Gefühl. Bei ungefähr 900 Besuchern verschiedener Nationalitäten entstand ein gigantischer Chor mit Gänsehautgarantie. Wer wollte konnte jeden Tag in einer Musikstunde noch ein bisschen üben. Die Zeit des stillen Gebets während des Gottesdienstes bot Gelegenheit für immer wiederkeh-rendes Innehalten und Besinnen.

Viele Bewohner meldeten sich für Freiwilligendienste. Der einzig übriggebliebene Sanitärdienst war gar nicht so schlimm wie gedacht. Täglich fand sich unsere gutgelaunte kleine Putzkolonne vor Ort ein.

Immer Vormittags gab es eine Bibeleinführung, sehr sympathisch nahegebracht von Bruder John.

Am Anfang der Woche wurden kleine Gruppen zusammengewürfelt, um am Nachmittag gemeinsam in Gespräch zu kommen. Es war ein schöner Gedankenaustausch.

Für die Jugendlichen gab es gesonderte Veranstaltungen. Unsere Teenies fanden diese Termine richtig gut.

 

Ein Geheimtipp war der idyllisch in der Nähe gelegene Bauernhof. Ein schöner Spaziergang, leckerer Käse und Wein für Daheim sorgten für ein kurze Taizèauszeit.

Auch das hübsche Städtchen Cluny haben wir uns erwandert und genossen.

 

Mit ihren eigens hergestellten Töpferwaren, Schmuck, Büchern, Karten und Kunst finanziert sich die Communautè de Taizè. Es ist ganz leicht, ein schönes Erinnerungsstück zu finden.

Meine besonderen Erinnerungen bleiben:

  • Das Geburtstagsständchen, von ungefähr 200 Menschen gesungen, sehr berührend

  • Die ruhigen Momente im Garten der Stille, der kleinen Kirche im Ort und die reizvolle Umgebung

  • Nette Gespräche mit Bekannten und Fremden

  • Eingängige Musik, die auch in Pinnow noch nachklingt.

  • Die vielen jungen Leute, die Interesse an Taizè und viel Spaß miteinander hatten.

 

Und die Vorfreude auf eine mögliche Reise mit Jugendlichen unserer Kirchgemeinde.

 

Andrea Hesse-Biersack

 

Von Pontault-Combault, Roßtal und Pinnow nach Eisenach
Spurensuche 500 Jahre nach dem Thesenanschlag
im Oktober

Anlässlich des Reformationsjubiläums trafen sich einige Mitglieder der Kirchgemeinde Pinnow mit Vertretern unseren Partnergemeinde aus Roßtal, diesmal auf „neutralem Boden“, an den Ursprungsorten der Reformation. Eine sechsköpfige Gruppe fuhr vom 11. - 13. Oktober nach Eisenach, wo auch viele Mitglieder unserer Partnergemeinde aus Roßtal in Oberfranken hingereist waren. Die Roßtaler hatten Vertreter ihrer Partnergemeinde Pontault-Combault, aus der Nähe von Paris, mitgebracht. Am ersten Abend machten wir uns in einer großen Runde miteinander bekannt, erzählten aus unserem Gemeindeleben und sangen miteinander. Die französischen Gäste berichteten davon, dass sie seit zwei Jahren ohne Pastor sind und ihr Gemeindeleben selbst organisieren müssen.
Am Mittwoch fuhren wir im Reisebus, mit dem die Roßtaler unterwegs waren, gemeinsam nach Wittenberg, dem wichtigsten Ort der Reformationsgeschichte. Ausgangspunkt unseres Erkundungsspaziergangs in Wittenberg war die berühmte Thesentür der Schlosskirche. In der Schlosskirche selbst versammelten wir uns am Grabmal Martin Luthers unter der Kanzel und sangen: „Ein feste Burg ist unser Gott“.
Auch außerhalb der Kirche gab es eine ganze Reihe von interessanten Gebäuden und Ausstellungen zu sehen. Dazu gehören das Cranach-, das Melanchthon- und Lutherhaus.
Der nächste Tag in Eisenach begann mit einer Wanderung von unserem Hotel zur Wartburg, die durch den herbstlichen Thüringer Wald führte. Auf der Wartburg selbst sahen wir uns zusammen die der Reformation gewidmete „Nationale Sonderausstellung 2017“ und das berühmte Lutherzimmer an. Danach ging es zu weiteren historischen Stätten aus dem Leben Martin Luthers. Nach Mansfeld, wo der spätere Reformator aufwuchs und sein Vater durch Einkünfte aus dem Kupferbergbau in der Lage war, ihm eine Schulausbildung zu ermöglichen, und nach Eisleben zum Geburts- und Sterbehaus.
Nicht nur Luthers Spuren begegneten wir in Eisenach, auch das Geburtshaus des wohl bedeutendsten Komponisten des Barock, Johann Sebastian Bach, der in Eisenach geboren wurde, besuchten wir.
Am letzten Tag fuhren wir nach Erfurt. Dort war Luther zwischen 1501 und 1505 Student und besuchte auch die Michaeliskirche. Am 17. Juli 1505 trat er als Novize in das Augustinereremitenkloster ein, wo seine theologische Ausbildung begann.
Diese gemeinsame Reise mit unserer Roßtaler Patengemeinde an die Wurzeln der Reformation hinterließ viele bleibende Eindrücke, machte uns die Bedeutung der von Martin Luther ausgehenden Reformation noch einmal sehr bewusst.